Spelsberg: Gesamtkatalog 2018
485 Technischer Anhang 3.6 Schutz vor Regen/Schnee (Niederschlag) Die nach DIN EN 60529 durchgeführten Schutzartprüfungen dienen als vergleichende Prüfungen und zur Klassifizierung von Eigenschaf- ten. Die Prüfungen sind auf wenige Minuten begrenzt und können eine Bewitterung durch Regen/Schnee oder Reinigung durch Wasser- strahl nicht nachbilden. Hinzu kommt, dass die örtlichen Begeben- heiten so unterschiedlich sein können, dass eine allgemeine Bewitte- rungsprüfung nicht definierbar ist. Aus diesem Grund sind auch die Errichtungsbestimmungen der jewei- ligen Installationssituation zwingend zu berücksichtigen (siehe auch Seite 491-497, Übersicht der Installationsbereiche). Nach DIN VDE 0100-520 , 522.3.1 müssen Kabel- und Leitungsan- lagen so ausgewählt und errichtet werden, dass ein Schaden durch Kondensation oder Eindringen von Wasser nicht hervorgerufen wird. 3.7 Schutz vor Stauwasser (Frost) Häufig treten bei einer Installation, die nicht gegen Niederschlag ge- schützt ist, auf Flächen und in Vertiefungen Wasseransammlungen auf. Können diese nicht ungehindert abfließen, kommt es zu einer Stauwasser-Bildung. Im Falle von tiefen Temperaturen kann dieses Wasser zu Eis gefrieren und eine nicht zulässige mechanische Belas- tungen auf das Gehäuse ausüben. Dies kann zu Schäden an den Ge- häusen führen. Deshalb ist bei der Installation darauf zu achten, dass die Gehäuse durch eine Überdachung geschützt sind. Eine Überdachung kann durch bauliche Gegebenheiten bereits vor- handen sein,durch den Anwender errichtet werden, durch Zubehör- Produkte aus dem Sortiment von Spelsberg erfolgen. Installation nur im geschützten Außenbereich! Bitte beachten Sie, dass bei einer Installation unter Solarfeldern die Fugen der Module nicht über den Gehäusen sein dürfen, bzw. die Gehäuse zusätzlich mit Schutzdächern abgedeckt werden müssen. Montage- und Installationshinweise 3.8 Schutz vor Pflanzen und/oder Schimmelbewuchs Die in der Elektroinstallation verwendeten Kunststoffe sind organi- sche Materialien. Deshalb ist auch die Gefahr einer Schädigung durch Pflanzen, Algen oder Schimmel zu beachten. Nach DIN VDE 0100-520 , 522.9.1 müssen, wenn erfahrungsgemäß Pflanzen und / oder Schimmelbewuchs Schäden hervorrufen können, die Kabel- und Leitungsanlagen entsprechend ausgewählt oder besondere Schutzmaßnahmen vorgesehen werden. Anmerkung: Es ist eine Verlegeart zu wählen, die eine entsprechende Entfernung eines solchen Bewuchses erlaubt (siehe Abschnitt 529). Fazit: Unter der Beachtung der vorher genannten Parameter, ist eine ge- schützte Installation im Außenbereich zwingend erforderlich und in den Errichtungsnormen auch umfassend beschrieben. Ein sicherer Be- trieb der Schutzgeräte kann nur so erreicht werden. Ergänzende Hinweise zur Installation im Freien, UV Beständigkeit: Die Angaben zur Schutzart und UV-Beständigkeit werden häufig als einzige Maßgabe für die Installation im Freien angesehen. Bei der Installation im Freien spielen aber noch Faktoren wie absolute Tem- peratur, Häufigkeit von Temperaturwechsel, Luftfeuchtigkeit und be- sonders chemische Einflüsse eine wesentliche Rolle. Neben Einflüssen durch UV-Einwirkungen sind bei der Installation im Außenbereich überwiegend Schäden durch chemische Einflüsse zu erwarten. So sollten Außenbereiche von Tankstellen, Chemiewerken, Mülldepo- nien, Kompressoren, Klärwerken usw. im Vorfeld besonders kritisch untersucht werden.
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