Spelsberg: Gesamtkatalog 2018
484 Belüftungselemente AK Air und BEL Air Das Air-Belüftungselement vermeidet Kondenswasser unter Beibe- haltung der hohen Schutzart IP65. Auftretendes Kondensat wird mit- tels Luftaustausch in kürzester Zeit aus dem Gehäuse transportiert. Durch den steten und hohen Luftaustausch kann sich die Luft in Inne- ren immer mit der Umgebungsluft vermischen und transportiert die Feuchtigkeit nach außen. Auch in Umgebungen mit nahezu konstan- ter Luftfeuchtigkeit und Temperatur ist ein Luftaustausch vorhanden, da sich die Luft im Inneren des Gehäuses z.B. aufgrund der Einbauten erwärmt. Empfehlung: Über das BEL Air ist mindestens ein kompletter Luft- austausch pro Tag vorzusehen. Mit einem Set wird dies bei einem Ge- häusevolumen bis zu 35 dm³ erreicht. Durch den permanenten Druckausgleich werden alle Gehäuseteile wie z.B. die Dichtung, dauerhaft entlastet. Durch die hohe Luftwech- selrate ist ein permanenter Austausch der feuchten Luft mit der Um- gebung gewährleistet. Hierfür sind keine nennenswerten Druckun- terschiede notwendig. Bei Druckausgleichselemente sind aber genau diese nennenswerten Druckunterschiede notwendig, um zumindest kurzfristig einen Luftaustausch zu realisieren. Die Air-Belüftungsele- mente verfügen dafür über eine sehr große, offene Filterfläche die einen hohen Luftaustausch gewährleisten, ohne den Luftstrom zu beeinflussen. Durch den permanenten Druckausgleich werden Druck- unterschiede verhindert, wodurch keine mechanischen Kräfte auf Ge- häuse und Dichtungen wirken können. Im Absatz 8.2.2 der DIN EN 61439-1 geht es um den Schutz gegen die Berührung aktiver Teile, gegen das Eindringen fester Fremdkörper und Wasser. Dazu wird u.a. ausgeführt, dass geschlossene Schaltgeräte- kombinationen vor Kondenswasser innerhalb des Gehäuses geschützt werden müssen ohne die Schutzart zu verändern. Technischer Anhang 3.5 Schutz vor Kondenswasser Je dichter Betriebsmittel, wie Verbindungsdosen oder Verteilerge- häuse abgeschlossen sind, desto eher ist mit der Bildung von Kon- denswasser zu rechnen. Dies ist besonders an Orten der Fall, wo stark schwankende Temperaturen herrschen. Verstärkt werden diese Effek- te durch die Verlustleistung, die in den Gehäusen erzeugt wird. Durch die Unterschiede in der Temperatur entsteht auch ein Unter- schied in den Druckverhältnissen, der dazu führt, dass das Gehäuse bei Temperaturwechseln Luft einsaugt. Bei der nächsten Tempera- turerhöhung schlägt sich die in der Luft befindliche Feuchtigkeit auf der kalten Fläche des Gehäuses z.B. am Deckel als Wasser nieder. Da dieser Prozess nur bedingt reversibel ist, sammelt sich Wasser im Ge- häuse und weil dieser Effekt öfter stattfindet, zum Teil sogar täglich, kann sich eine erhebliche Menge Wasser im Inneren ansammeln. Ist dieses Gehäuse mit einem erhöhten Schutzgrad versehen, wird es die- ses Wasser nicht mehr abgeben, so dass sich die Dichtigkeit hier sogar negativ auswirkt. Es kommt zu Schäden. Nach DIN VDE 0100-520 müssen Vorkehrungen für die Wasserab- führung getroffen werden, wenn sich Wasser ansammelt oder Kon- densation von Wasser innerhalb von Kabel und Leitungssystemen auftreten kann. Spelsberg-Verbindungsdosen der verschiedenen Produktgruppen weisen an den hinteren Gehäuseflächen bzw. Montageflächen aus- brechbare Kondenswasser-Öffnungen auf. Diese sollen so geöffnet werden, dass sie im Installationszustand an der unteren Seite des Ge- häuses liegen und einen Wandabstand von 2 mm aufweisen, damit mögliches Kondens-wasser ablaufen kann. Dies gilt nur unter der Bedingung, dass keine erhöhten Anfor- derungen an den Berührungs- oder Fremdkörperschutz gestellt sind ( > IP 2X oder Staubschutz ). Werden an ein Gehäuse gleichzeitig Anforderungen an den Berüh- rungsschutz oder Fremdkörperschutz z.B. IP 3X gestellt, empfehlen wir den Einsatz von els-Belüftungsstutzen. Sie sind in der Größe M20 verfügbar, werden in den entsprechenden Leitungseinführungs-Öff- nungen an der Unterseite und an den Seitenflächen eingebaut und bieten bei sachgerechter Installation sogar einen Spritzwasserschutz bis IP X4. Zu empfehlen ist eine Verwendung, die einen sogenannten „Kamineffekt“ zulässt. Montage- und Installationshinweise
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