Phoenix Contact: Stromversorgungen, Überspannungsschutz und Geräteschutzschalter 2017/18

8 PHOENIX CONTACT Überspannungsschutz und Entstörfilter Grundlagen Blitzentladungen Blitzentladungen (lightning electromag- netic pulse, LEMP) haben von allen Entste- hungsursachen das größte Zerstörungspo- tenzial. Sie verursachen transiente Überspannun- gen, die sich über weite Entfernungen aus- breiten können und oft mit Stoßströmen hoher Amplitude verbunden sind. Schon die indirekten Auswirkungen eines Blitzschlags können zu einer Überspannung von mehreren Kilovolt und Stoßströmen mit mehreren zehntausend Ampere führen. Trotz der sehr kurzen Dauer führt ein sol- ches Ereignis zum Totalausfall oder sogar der Zerstörung der gesamten Anlage. Schaltvorgänge Schaltvorgänge (switching electromag- netic pulse, SEMP) können induzierte Über- spannungen erzeugen, die sich auf Versor- gungsleitungen ausbreiten. Bei großen Einschaltströmen oder Kurzschlüssen flie- ßen innerhalb weniger Millisekunden sehr hohe Ströme. Diese kurzzeitigen Stromän- derungen führen zu transienten Überspan- nungen. Elektrostatische Entladungen Elektrostatische Entladungen (electrost- atic discharge, ESD) treten auf, wenn sich Körper mit unterschiedlichem elektrostati- schem Potenzial annähern und es zu einem Ladungsaustausch kommt. Ein plötzlicher Ladungsaustausch führt zu einer kurzzeiti- gen Stoßspannung. Dies stellt insbesondere für empfindliche elektronische Bauteile eine Gefährdung dar. Überspannung – welche Auswirkun- gen gibt es? Unabhängig von der Entstehungsursache einer Überspannung bleiben die Folgen gleich: – Zerstörungen von Geräten – Stillstandszeiten von Anlagen – Totalausfälle bei Steuerungen Geräteausfälle oder -defekte werden häu- figer als gedacht durch Überspannungen hervorgerufen. Bei gewerblichen Anlagen sind die Ausfallfolgen meistens sehr gravie- rend, wie z. B. Stillstandzeiten oder Daten- verluste. Der Ausfall eines betrieblich ge- nutzten Geräts oder einer Maschine führt sehr häufig zu Kosten, die die Instandset- zung des defekten Geräts um ein Vielfaches übersteigen. Überspannung – wie schützt man richtig? Effektiver Überspannungsschutz beginnt mit der Beurteilung des Gefährdungspoten- zials und der Erfassung aller Geräte inner- halb des zu schützenden Objekts. Das dar- aus abgeleitete Schutzkonzept berücksichtigt alle Schnittstellen der Strom- versorgung sowie der Daten- und Telekom- munikation. Nur so sind z. B. alle Endgeräte innerhalb eines Datennetzwerks, einer Fer- tigungsanlage oder in der Gebäudeinstallati- on umfassend und wirkungsvoll geschützt. Mit qualitativ hochwertigen Schutzgeräten, gepaart mit innovativer Ableitertechnik sor- gen Überspannungsschutzgeräte in allen Be- reichen der Elektrotechnik für hohe Anla- genverfügbarkeit und Sicherheit. Überspannung – was ist das?  Ihr Webcode: #1133

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