Phoenix Contact: Interface-Technik und Schaltgeraete 2017/18

bar 4 ... 2 0 mA Schaltverhalten von Relais oder Transistorausgängen: Für jedes Relais oder jeden Transistor kann ein unterschiedliches Schaltverhalten definiert werden, wenn ein vorgegebener Schaltpunkt erreicht wird. In der dargestellten Auflistung sind alle Einstellmöglichkeiten für das Schaltverhal- ten aufgeführt und erklärt: – Die beiden ersten Möglichkeiten beinhal- ten eine Hysterese, das heißt, das Verhal- ten des Relais ist davon abhängig, aus welcher Richtung ein Schaltpunkt erreicht wird. – Bei den übrigen Möglichkeiten, mit Aus- nahme der beiden letzten ("an" und "aus"), wird eine Schalttoleranz berück- sichtigt, um ein "Flattern" des Relaiskon- takts zu verhindern. Das Schalten des Relais erfolgt erst, wenn der Schaltpunkt plus Schalttoleranz erreicht wird. – Bei "an" ist das Relais dauernd angezogen. Es reagiert nur, wenn Drahtbruch vorliegt und für diesen Fall ein Abfallen des Relais eingestellt wurde. – Bei "aus" reagiert das Relais nur, wenn Drahtbruch vorliegt und für diesen Fall ein Anziehen des Relais eingestellt wurde. Digitalanzeigen Nutzung der frei programmierbaren Kennlinie Bei prozesstechnischen Anwendungen zur Anzeige von Durchfluss oder Füllstand ist die frei programmierbare Kennlinie, d. h. die Zuweisung des Anzeigenwerts zum Ein- gangswert, wichtig. In der Füllstandsmessung z. B. interessiert oft nicht, wie viel Flüssigkeit noch im Tank vorhanden ist, sondern wie viel entnommen wurde. Hierfür kann die Kennlinie einfach invertiert werden und der entsprechende Wert erscheint im Display. Parametrierung der Kennlinie über Stützpunkte Bei nichtlinearen Eingangssignalen lassen sich die eingehenden Analogwerte über eine programmierbare Kennlinie dem anzu- zeigenden Wert zuordnen. Diese Kennlinie kann aus bis zu 24 Stützpunkten bestehen. Somit können z. B. Durchflusssensoren mit nichtlinearer Kennlinie angepasst werden. Weiterhin bieten die Analogsignal-Digi- talanzeigen der Function Line eine Sum- mierfunktion, die, um ein Anwendungsbei- spiel aus der Abfülltechnik herauszugreifen, auf Tastendruck in der Anzeige vom Mo- mentanwert (= Durchfluss in l/min) auf die im Hintergrund integrierte Gesamtdurch- flussmenge wechselt und diese in einer be- liebigen Einheit anzeigt. Dies spart Kosten und Platz durch Einsparung einer zweiten Digitalanzeige. Ebenfalls auf Tastendruck verfügbar sind die Grenzwerte. Grenzwert 1 und 2 können wahlweise dem Ist- oder Summenwert zu- gewiesen werden. Ein Überschreiten dieses Werts aktiviert eines der beiden Ausgangs- relais. Weitere Anwendungen sind z. B. die An- zeige von Füllstand, Druck oder Tempera- tur. Bei Servomotoren bietet sich die Mög- lichkeit, die vom Tacho erzeugten analogen Ausgangssignale (0 bis 10 V) auf den Eingang der Digitalanzeige zu geben und so die Motordrehzahl anzuzeigen. Applikation: Druckmessung und Anzeige auf MCR-SL-D-U-I Tabelle: Analogsignal Anzeigewert Stützpunkt 1 4 mA 15 bar Stützpunkt 2 20 mA 30 bar Druck [bar] Messwert [mA] Stützpunkt 1 Stützpunkt 2 Kennlinie: Relais zieht an bei Unterschreitung von SPL, Hysterese aktiv Relais zieht an bei Überschreitung von SPH, Hysterese aktiv Relais zieht an bei Unterschreitung von SPL Relais zieht an bei Überschreitung von SPL Relais zieht an bei Unterschreitung von SPH Relais zieht an bei Überschreitung von SPH Relais zieht an zwischen SPL und SPH Relais zieht an außerhalb von SPL und SPH Relais ist ständig im abgefallenen Zustand Relais ist ständig im angezogenen Zustand Einstellmöglichkeiten des Schaltverhaltens SPL = Set Point Low (unterer Schaltpunkt) SPH = Set Point High (oberer Schaltpunkt) 66 PHOENIX CONTACT Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik Grundlagen

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