ILME: Mehrpolige Steckverbinder für industrielle Anwendung
MEHRPOLIGE STECKVERBINDER ❱ Crimpwerkzeuge ❱ CN Crimpwerkzeuge Werkzeuge und Zubehör für Crimpkontakte Konzept des Crimpanschlusses Der Crimpanschluss ist eine nicht rückgängig zu machende Verbindungsart zwischen einem oder mehreren Leitern und einem Crimpkontakt. Sie wird durch Verpressung des Kontaktfußes – bzw. Schaftes – des Crimpkontaktes erzielt. Ein guter Crimpanschluss wird durch die richtige Kombination von Crimpmatrix, Crimpfuß (d.h. Crimp Kontakt) und Leiterquerschnitt erzielt. Die angegebenen Werte gelten für Crimpverbindungen mit flexiblen Kupferleitern der Klasse 5 (flexibel) und der Klasse 6 (extraflexibel) lt. Norm IEC 60228 und IEC 60228-A (italienische Norm CEI 20-29). Crimpverbindungen mit starren Kupferleitern (Klasse 1) oder anderen Materialien (Aluminium, Eisen, etc.) erfordern oftmals hinsichtlich der Kontakte und Werkzeuge besondere Maßnahmen, die mit dem Hersteller abzustimmen sind. Die wesentlichen technischen Vorteile eines Crimpanschlusses im Vergleich zum Lötanschluß sind folgende: - Temperaturunabhängigkeit, da der Anschluß kalt ohne Zusatz von Materialien erfolgt; - Beseitigung der Kontaktunsicherheit, die bei kalten Lötstellen auftreten kann; - Beibehaltung der Elastizitätseigenschaften der Buchsenkontakte (Eigenschaften, die durch die Löttemperaturen stark beeinträchtigt werden); - keine Gesundheitsrisiken im Zusammenhang mit der Verwendung von Schwermetallen oder beim Löten auftretender Dämpfe; - dauerhafte Flexibilität des Leiters direkt hinter der Verbindung; - Keine Leiter mit verbranntem, entfärbtem oder überhitztem Isolierstoff - hervorragende Reproduzierbarkeit der elektrischen und mechanischen Leistungen der Verbindungen. - einfachere Produktionskontrolle Vorteile des Crimpanschlusses im Vergleich zum Schraubanschluss: - geringerer Spannungsabfall an der Verbindung; - hohe dauerhafte Stabilität auch bei Vibrationen; - hohe Korrosionsfestigkeit (Gasdichte); - Bestückungsdichten können selbständig beimAnschluss vorgenommen werden - kürzere Verdrahtungszeiten; - Möglichkeit der Vorkonfektionierung mit Crimpkontakten versehener Leiter; - einfacher Austausch einzelner Kontakte bei Wartungsmaßnahmen - Möglichkeit, einzelne Stromkreise für Wartungsmaßnahmen durch die Herausnahme des Crimpkontaktes zu unterbrechen. Für die Crimpanschlüsse mit Leiterquerschnitten bis 10 mm 2 gilt die europäische Norm EN 60352-2 , die der internationalen Norm IEC 60352-2 Ausgabe 2006-02 entspricht. Die Norm EN 60352-2 enthält u.a. praktische Anleitungen, aus denen nachstehend die wichtigsten Punkte angegeben werden. Die Güte eines Crimpanschlusses hängt im wesentlichen vom Zustand und der Beschaffenheit der Oberflächen der Werkstoffe ab; dies gilt sowohl für den Fuß bzw. den Schaft des Crimpanschlusses als auch für den Leiter. Die mechanische Festigkeit des Leiters im Kontaktelement ist hinsichtlich der optimalen Beschaffenheit eines Crimpanschlusses von ausschlaggebender Bedeutung. Die o.g. Norm unterscheidet aufgrund ihrer spezifischen Ausführung zwischen robusten Kontakten mit geschlossenem Crimpschaft und Kontakten mit offenem Crimpschaft. Alle ILME-Crimpkontakte haben einen geschlossenen Crimpschaft mit einer Kontrollöffnung, die wesentlich bessere mechanische Leistungsdaten als offene Crimpschäfte bieten und sich durch eine höhere Robustheit auszeichnen und während des Einsatzes eine höhere mechanische Stabilität gewährleisten. Die ILME-Crimpkontakte sind gedreht und bieten somit beste elektrische Leistungseigenschaften. Im Jahr 2002 machte der Anhang 2 der o.g. Norm leider keinen Unterschied hinsichtlich der vorgeschriebenen Mindestwerte der Zugfestigkeit für Kontakte mit offenem (siehe Kurve B, Abbildung 5) und geschlossenem Crimpschaft (siehe Kurve A, Abbildung 5) und setzt diese Werte somit auf eine Stufe mit den niedrigen Richtwerten für Crimpverbindungen, die über Kontakte mit offenem Crimpschaft erzielt werden. Durch diesen Umstand wurden die Kriterien für die Eignung von Kontakten mit geschlossenem Crimpschaft, die gedreht werden und sich durch eine höhere Robustheit auszeichnen, auf eine entsprechend niedrige Stufe gesetzt. Viele Industriebereiche bevorzugen weiterhin die höheren Leistungen der gedrehten Kontakte mit geschlossenem Crimpschaft, die als einzige die hohen Zugfestigkeitswerte gewährleisten können, die für anspruchsvolle Industrieanwendungen erforderlich sind. ILME bezieht sich daher weiterhin auf die in der Kurve A der Abbildung 5 der Norm EN 60352-2 (1994) angegebenen Werte. Die ILME-Crimpanschlüsse mit geschlossenem Crimpschaft, welche für die flexiblen Kupferleiter mit in den jeweils angegebenen Bereichen liegenden Querschnitten eingesetzt und mit den empfohlenen Crimpzangen realisiert werden, garantieren Verbindungen mit einem Abzugswiderstand, der über den Werten der unten abgebildeten Tabelle liegt (zur weiteren Bezugnahme wird der entsprechende Einheitswert der Zugkraft [N/mm 2 ] angegeben). Querschnitt Ausziehkraft Ausziehkraft Querschnitt AWG mm 2 (N) (N/mm 2 ) 26 0,12 18 150 - 0,14 21 150 24 0,22 33 150 - 0,25 37,5 150 22 0,32 48 150 - 0,37 55,5 150 20 (0,6) 75 150 - 0,75 112,5 150 18 (0,82) 125 150 - 1 150 150 16 (1,3) 195 150 - 1,5 220 147 14 (2,1) 300 143 - 2,5 325 130 12 (3,3) 430 130 - 4 500 125 10 (5,3) 635 120 - 6 650 108 7 10 1000 100 (1300) (130) - 16 1650 103 - 25 2300 92 - 35 2800 80 50 3300 66 - 70 3900 56 ANMERKUNG : Für Leiterquerschnitte 10 mm 2 sind die kursiv gedruckten Ausziehkräfte die von der Norm NF F 61-030 vorgeschriebenen (für 10 mm 2 der in Klammern angegebene Wert). Als wichtigstes Kriterium zum Erreichen der durch die Norm EN-60352-2 vorgeschriebenen Widerstands- und Zugfestigkeitswerte gilt, dass der Widerstand wenigstens 50% der Bruchbelastung des Leiters aus geglühtem Kupfer betragen muss. Dies gilt für Leiterquerschnitte bis ca. 1,5 mm 2 . Über diesem Querschnitt nimmt das Verhältnis leicht ab, da zur Haltefestigkeit die Reibungskraft beiträgt, die im linearen Verhältnis zum Durchmesser des Crimpkontaktes ansteigt, während der Querschnitt im Quadrat ansteigt. Die Norm IEC/EN 60352-2 für Anwendungen im Bereich der Elektronik beschränkt ihre Vorschriften für Crimpanschlüsse auf Leiterquerschnitte bis 10 mm 2 . Für höhere Querschnitte von 10 bis 70 mm 2 können die in der französischen Norm NF F 61-030 (1989) für elektrische Verbinder zur Verwendung in Schienenfahrzeugen herangezogen werden, insbesondere für Crimpkontakte mit einer höheren Robustheit, wie die von ILME hergestellten. ANMERKUNG : Für die Querschnitte von 35 bis 300 R t /S kann im übrigen auch die Norm EN 61238-1:2003 herangezogen werden, die unter anderem konstante R t /S-Werte von 60 N/mm 2 verlangt, d.h. niedriger als die von der französischen Norm vorgeschriebenen. i 531 Werkzeuge
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