ILME: Mehrpolige Steckverbinder für industrielle Anwendung
42 Übergang von Pg-Gewinden zu metrischen Gewinden M Zum Stichtag 31. Dezember 1999 wurde die deutsche Richtlinie DIN VDE 0619 (1987-09) und die hierin enthaltenen Normen – DIN 46319 (Norm zu metrischen Gewinden), DIN 46320 (T1 – T4) sowie DIN 46255 und DIN 46259 (Bestimmungen zu den sog. “Pg” = Panzerrohrgewinden) zurückgezogen und durch die neue Europäische Norm EN 50262 „Metrische Verschraubungen für Elektroanlagen“ abgelöst. Diese Norm legt den Schnitt der metrischen Gewinde für Verschraubungen (Norm 60423) sowie die entsprechenden Vorschriften zur Betriebssicherheit und zum Unfallschutz fest, macht jedoch im Gegensatz zu den aufgehobenen DIN-Normen für Pg-Verschraubungen keine Vorgaben hinsichtlich z.B. der Größe der Schlüsselweite, der Abmessungsdiagonale oder der Abmessungen der Dichtungen. Die Norm trat mit der Aufhebung der anders lautenden nationalen Normen am 1. April 2001 definitiv in Kraft. Sie gilt in allen Mitgliedsstaaten der CENELEC (Europäischer Ausschuss für Normierungen zu elektrischen Einrichtungen) und legt fest, dass das Angebot an mehrpoligen Steckverbindern für den industriellen Einsatz um neue Gehäuseversionen mit Kabelausgängen für metrische Gewinde erweitert werden muss. Die Hersteller von Verschraubungen haben somit neben den Baureihen mit Pg-Gewinde Ausführungen mit metrischen Gewinden auf den Markt gebracht, die die alten Pg-Verschraubungen schrittweise ersetzen sollen. Der in der Norm angegebene Übergangszeitraum sollte am 1. März 2001 enden. Damit sollte der Einsatz von Pg-Komponenten und somit Gehäusen mit Pg-Gewinden zu diesem Zeitpunkt bei allen neuen Anlagen eingestellt werden. Dennoch können Gehäuse mit Pg-Kabelausgang oder Verschraubungen mit Pg-Gewinden nach wie vor als Ersatzteile verwendet werden. Hinsichtlich der CE-Kennzeichnung dieser Komponenten ist die Tatsache ausreichend, dass sie der Niederspannungsrichtlinie entsprechen. Um die beiden Gehäusetypen anhand der Artikelnummern unterscheiden zu können, beginnen bei ILME die Codes der metrischen Versionen mit einem ”M” und die der Pg-Ausführungen mit einem ”C”. Die nachstehende Tabelle zeigt die von ILME angewendete Umschlüsselung der geläufigsten metrischen- und Pg-Gewindegrößen: Metrisch Pg Metrisch Pg Metrisch Pg 11 M 20 Pg 13,5 M 20 Pg 16 M 20 Pg 21 M 25 Pg 29 M 32 Pg 36 M 40 Pg 42 M 50 Ø in mm Serie 20 25 32 40 50 AS M..P 6 bis 12,5 10 bis 18 14 bis 24 15 bis 24 23 bis 30 AS M..E 8 bis 12,5 13,5 bis 18 17 bis 24 AG M..T 6-8-10 11-14-17 19-21-24 26-29-32 35-38-41 AG M..I 5 bis 12.5 9 bis 18 14 bis 25 18 bis 32 24 bis 38,5 AG M..R 6-8-10 11-14-17 19-21-24 Querschnitt der mit Verschraubungen von ILME verwendbaren Kabel (für weitere Informationen erfragen Sie bitte den entsprechenden technischen Katalog) Metrisches Gewinde Allgemeines MEHRPOLIGE STECKVERBINDER ❱ Allgemeines ❱ CN i IP Fremdkörper Schutz kein Schutz Geschützt gegen feste Fremdkörper mit einem Durchmesser ab 50 mm (z. B. Zugang mit der Hand) Geschützt gegen feste Fremdkörper mit einem Durchmesserab12,5mm (z. B. Zugang mit einem Finger) Geschützt gegen feste Fremdkörper mit einem Durchmesser ab 2,5 mm (z. B. Zugang mit Werkzeug oder Drähten) Geschützt gegen feste Fremdkörper mit einem Durchmesser ab 1,0 mm (z. B. Zugang mit kleinem Werkzeug oder feinen Drähten) Staubgeschützt (keine schädigende Ablagerung) Vollständig staubdicht 0 1 2 3 4 5 6 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 1. Kennziffer Berührungs- und Fremdkörperschutz Schutz gegen das Eindringen von festen Fremdkörpern 2. Kennziffer Materialschutz gegen schädlichen Wassereintritt In folgenderTabelle sind die verschiedenen, von der NormvorgesehenenSchutzarten aufgeführt. 80 °C IP Prüfungen Schutz kein Schutz Schutz gegen senkrecht fallendes Tropfwasser Schutz gegen fallendes Sprühwasser bis 15° gegen die Senkrechte Schutz gegen fallendes Sprühwasser bis 60° gegen die Senkrechte Schutz gegen allseitiges Spritzwasser Schutz gegen (Düse) aus beliebigem Winkel Schutz gegen starkes Strahlwasser (ähnl. Meereswellen) Schutz gegen zeitweiliges Untertauchen in einer Tiefe bis zu max. 1 Meter für 30 Minuten Schutz gegen andauerndes Untertauchen in Länge und Tiefe > Schutzart IPX7. Schutz gegen heißes Hochdruck-Strahlwasser aus allen Richtungen. Die Schutzart IP und die Norm IEC / EN 60529 Die erforderliche Mindestschutzart wird von den Installationsvorgaben nach IEC 64-8 (übernommen aus den harmonisierten Dokumenten der Reihe CENELEC HD 384 und der Veröffentlichungen IEC 60364) geregelt, die auch für folgende spezifische Umgebungen gilt: Bau- und Abbruchplätze, Strukturen für landwirtschaftliche und zootechnische Verwendungen, Orte mit beschränkter Leitfähigkeit, Wohnwagen und Campingplätze, Orte unter Bedingungen mit erhöhtem Risiko bei Feuer, öffentliche Veranstaltungsorte, Schwimmbäder, Brunnen und Hafenbereiche. Die Norm wird für Gehäuse für Elektromaterial angewandt, deren Leistung nicht höher als 72,5 kW ist. Diese Geräte müssen fachgerecht installiert werden und die ggf. vorhandenen Montageanweisungen des Herstellers sind zu beachten. Bei der Montage von Bauteilen mit verschiedenen Schutzgraden erhält der montierte Verteiler bzw. das montierte Verteilsystem den niedrigsten Schutzgrad der montierten Geräte. Die Auswahl der ILME-Gehäuse aus diesem Katalog bietet die folgende Auswahl von Schutzarten, sowie eine Kombination dieser (die sogenannten multiplen IP-Schutzarten z.B. IP66/IP67, IP66/IP68/IP69) an: IP44 : Schutz gegen das Eindringen fester Fremdkörper mit einem Durchmesser gleich oder über 1,0 mm und gegen Berührung gefährlicher Komponenten einer Größe von Ø 1,0 mm (1. Kennziffer) sowie Schutz gegen Spritzwasser aus allen Richtungen (2. Kennziffer). IP55 : Schutz gegen das Eindringen von Staub in schädigender Menge und gegen Berührung gefährlicher Komponenten mit einer Größe von Ø 1,0 mm (1. Kennziffer) sowie gegen Strahlwasser (Düse) aus allen Richtungen (2.Kennziffer). IP66 : Schutz gegen das Eindringen von Staub und die Berührung gefährlicher Komponenten einer Größe von Ø 1,0 mm (1. Kennziffer) sowie gegen starke Wasserstrahlen wie bei schwerer See (2. Kennziffer). IP67 : tKomplett staubdicht und Schutz gegen die Berührung gefährlicher Komponenten einer Größe von Ø 1,0 mm (1. Kennziffer) sowie gegen vorübergehendes Eintauchen in Wasser (30’) in einer Tiefe von max. 1 Meter (2. Kennziffer) 1) . IP68 : Vollständiger Schutz gegen Staub und Berührung gefährlicher Komponenten einer Größe von Ø 1,0 mm (1. Kennziffer) sowie gegen dauerndes Untertauschen in Wasser (>30’) einer Tiefe von > 1 m (2. Kennziffer). IP69 2) : tVollständiger Schutz gegen Staub und Berührung gefährlicher Komponenten einer Größe von Ø 1,0 mm (1. Kennziffer), und Schutz gegen das Eindringen von heißem Hochdruck-Strahlwasser (2. Kennziffer). 1) Der zweifache Schutzgrad IP66/IP67 wurde mit Variante 1 der Normen IEC / EN 60309-1 und EN 60309-1 und IEC / EN 60309-2 offiziell eingeführt. In der Norm IEC / EN 60529 sind bereits Schutzgrade IP als „vielseitiger“ Schutz vorgesehen, da der Test auf Beständigkeit bei zeitweiligem Eintauchen (Schutzgrad IPX7) nicht automatisch die Konformität nach den beiden vorhergehenden Schutzgraden IPX6 und IPX5 bedeutet, die mit den jeweiligen Spritzwassertests ausgetestet werden Wenn der Endbenutzer Geräte einsetzen muss, die sowohl gegenüber zeitweiligem Eintauchen als auch gegenüber Strahlwasser unter Druck beständig sein müssen, sind Geräte mit der doppelten Kennzeichnung IP66/IP67 zu wählen. 2) Einige Steckverbindergehäuse, wie in den verschiedenen Bereichen beschrieben, weisen die Schutzart IPX9 auf. Ju ̈ ngst ergänzt in der EN 60529 abgeleitet von der Schutzart IPX9K aus ISO 20653 und der fru ̈ heren DIN 40050-9 Automotive-Standard. Diese Serien weisen aktuell multiple IP-Schutzarten nach IEC/EN 60529, wie z.B. IP66/IP68 und IP66/IP68/IP69 auf.
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