ILME: Mehrpolige Steckverbinder für industrielle Anwendung
19 Normen MEHRPOLIGE STECKVERBINDER ❱ Normen ❱ CN i Isolierstoffgruppen. Das Isoliermaterial bildet die Grundlage für die Bemessung der Mindestkriechstrecke. Es wird in Bezug auf den Schaden gekennzeichnet, der infolge einerAbgabe von konzentrierter Energiewährend Funkenbildungen entsteht, wenn ein Kriechstrom infolge des Trocknens der kontaminierten Fläche unterbrochen wird. Die Vergleichszahlen der Kriechstreckenbildung (CTI - Comparative Tracking Index) liegen dem Index der Isolierstoffwiderstandsfähigkeit gegen schädliche Stoffe zugrunde (Norm IEC / EN 60112). Dabei handelt es sich um den numerischen Wert der Höchstspannung, gegen die das Material bei 50 Tropfen einer elektrolytischen Prüflösung widersteht, ohne dass eine Leiterspur, beziehungsweise progressive Bildung von Leiterwegen auf der Oberfläche des festen Isoliermaterials (und permanenter elektrischer Lichtbogen zwischen den Elektroden des Prüfgeräts) durch kombinierte Wirkung elektrischer Belastung und elektrolytischer Kontamination auftreten. Die festen Isolierstoffe sind in 4 Gruppen aufgeteilt: Gruppe I 600 ≤ CTI Gruppe II 400 ≤ CTI < 600 Gruppe IIIa 175 ≤ CTI < 400 Gruppe IIIb 100 ≤ CTI < 175 Zur Festlegung der Kriechstrecken sind die Werte der Gruppen IIIa/IIIb (Tab. F.2, IEC 60664-1) identisch. Die Isolierstoffe der mehrpoligen Steckverbinder von ILME gehören zu den Gruppen IIIa und IIIb. Bedingungen des elektrischen Feldes. Die Mindestluftstrecke kann anhand von Tabelle F.2 (IEC 60664-1) bestimmt werden, wobei auf folgende Einflussfaktoren zu achten ist: - Steh-Stoßspannung; - Bedingungen des elektrischen Feldes; - Installationshöhe: Die Werte in Tab. F.2 gelten bis zu einer Höhe von 2000 m; bei Installationshöhen über 2000 m müssen die Höhenkorrekturfaktoren der Tabelle F.8 gem. IEC 60664-1 angesetzt werden; - Mikroambiente Die Homogenität des Feldes und somit die Luftstrecke der unter Spannung stehenden Teile wird durch die Form und die Positionierung der leitenden Elemente beeinflusst. Die Luftstrecken im Fall A (nicht homogenes Feld) sind immer stoßspannungsfest. Daher können unabhängig von der Form und der Positionierung der leitenden Elemente Werte benutzt werden, die diejenigen der Tab. F.2 - Fall A nicht unterschreiten, ohne dass eine Prüfung der Stoßspannungsfestigkeit durchgeführt werden muss. Bemessung der Luftstrecken. Gemäß IEC 60664-1 müssen für die Luftstreckenbemessung folgende Faktoren ermittelt werden: a) der Wert der Netznennspannung (im allgemeinen 230/400V und somit Leiter-Knotenpunkt-Spannung von 300V , bei Sternschaltungen mit geerdetem neutralen Leiter bzw. 400V bei Sternsschaltungen ohne geerdeten neutralen Leiter oder mit isoliertem neutralen Leiter bzw. bei Netzen mit Sekundärkreis des Transformators an Dreieckschaltung angeschlossen, isoliert oder in einer Ecke geerdet und folglich Leiter- Knotenpunkt-Spannung 600V); b) die Überspannungskategorie (in der Regel Kategorie III ); c) anhand von Tab.1 gem. IEC 60664-1 die Bemessungs-Stoßspannung (i.d.R. 4kV oder 6kV ); d) die Art des elektrischen Feldes, dem die Betriebsmittel ausgesetzt sind (im ungünstigsten Fall = nicht homogenes Feld ) sowie der Verschmutzungsgrad (imAllgemeinen 3 ). Entsprechend der Norm EN 61984 muss die Luftstrecke gemäß IEC 60664-1 bemessen werden. Für Luftstrecken bis 2 mm, wie sie für Steckverbinder auf Leiterplatten typisch sind, kann alternativ als Bezug die Norm IEC 60664-5, in Kombination mit IEC 60664-1 verwendet werden. Die kleinste zulässige Luftstrecke ist demzufolge gemäß Tabelle F.2 der Norm IEC 60664-1 zu bestimmen, auf der Grundlage der Bemessungs-Stoßspannung gemäß Tabelle B.2 besagter Norm, enthalten inAnhang B (informativ) über Nennspannungen der Versorgungsnetze für verschiedene Methoden zur Kontrolle von Überspannungen. Diese Tabelle bezieht sich insbesondere auf Ausrüstungen ohne eventuelle Überspannungsableiter, entspricht dem Bereich des “ungünstigsten Falles” und ersetzt Tabelle 5 der Vorgängerfassung der Norm EN 61984. Die Bemessungs-Stoßspannung muss ausgehend von der nominalenVersorgungsspannung und der Überspannungskategorie ermittelt werden. Die Zuweisung der Steckverbinder zu einer bestimmten Überspannungskategorie (im Allgemeinen III ) muss nach den durch die Norm IEC 60664-1 vorgeschriebenen Verfahren erfolgen. Bemessungsspannung. Ist der vom Hersteller eines Steckverbinders angegebene Spannungswert, auf welchen die Betriebs- und Leistungskenndaten bezogen sind. ANMERKUNG:–FüreinenSteckverbinderkönnenmehrereBemessungsspannungswerte gelten. [IEC 60664-1:2007, Definition 3.9, geändert]. TABELLE B.2. Bemessungs-Stoßspannungen (gemäß Tabelle B2 der IEC 60 664-1 Fassung 2.0 - 2007-04). Bei der Definition der Art des elektrischen Feldes müssen die Luftstrecken durch Fenster und Öffnungen des Isolationsmaterials den Werten entsprechen, die in Tabelle F.2 (IEC 60664-1) für den Fall A (nicht homogenes Feld) angegeben sind. Spannung Leiter-Erde, abgeleitet von der Nennspannung AC oder DC bis einschließliche 1) Weltweit derzeit verwendete Nennspannungen Dreiphasen- netz vierdrahtig mit Erdleiter Dreiphasen- netz, dreidrahtig ohne Erdleiter Einphasen- netz, zweidrahtig AC oder DC Einphasen- netz, dreidrahtig AC oder DC E Bemessungs- Stoßspannung für das Gerät 1) V Überspannungskategorie V V V V V I II III IV 50 100 150 300 600 1000 66/115 120/208 *) 127/220 220/380, 230/400, 240/415, 260/440, 277/480 347/600 380/660 400/690 417/720 480/830 60 115, 120, 127 200 **) , 220, 230, 240, 260, 277, 347, 380, 400, 415, 440, 480, 500, 577, 600 660 690, 720 830/1000 12,5 24 25 30 42 48 60 100 **) , 110, 120 220 480 1000 30-60 100/-200 *) 110-220 120-240 220-440 480-960 330 500 800 1500 2500 4000 500 800 1500 2500 4000 6000 800 1500 2500 4000 6000 8000 1500 2500 4000 6000 8000 12000 1) Auszug aus Tabelle F.1, in der die Werte für die Nenn-Stoßspannung angegeben sind. *) Verwendet in den USA und Kanada. **) Verwendet in Japan. E Mit den drei Werten (b) (c) und (d) kann in Tabelle 2 der Norm IEC 60664-1 der Wert der kleinsten zulässigen Luftstrecke ermittelt werden.
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