Bernstein: Gesamtprogramm Sensortechnik
Richtlinien zum Schutz von Reed-Kontakten Die im Katalog angegebenen Werte für Strom, Spannung und Leistung gelten für rein resistive Lasten. Oft sind die Lasten jedoch mit induktiven oder kapazitiven Komponenten behaftet. In diesen Fällen ist es ratsam, den Reed-Kontakt gegen das Auftreten von Spannungs- und Stromspitzen zu schützen. Generell ist es nicht möglich, einen pauschalen, für sämtliche Lastbereiche geltenden, sicheren Kontaktschutz zu empfehlen. Eingehende Untersuchungen sind in jedem Fall unerlässlich. Wir möchten an dieser Stelle jedoch allgemeine Richtlinien angeben, wie Reed-Kontakte bei verschiedenen Lastarten beschaltet werden sollten, um ein vorzeitiges Ausfallen zu vermeiden. 1. Induktive Lasten Bei Gleichstrom ist ein Kontaktschutz durch eine parallel zur Last gelegte Freilaufdiode verhältnismäßig einfach. Dabei muss die Polung der Diode so durchgeführt werden, dass sie bei angelegter Betriebsspannung sperrt und die nach dem Öffnen des Schalters induzierte Spannung (Spannungsspitzen können dabei auf ein Vielfaches der Betriebsspannung anwachsen) kurzschließt. Diese kann ein Vielfaches der Betriebsspannung betragen und zunächst einen Schaltfunken zwischen den sich öffnenden Kontaktzungen bewirken. Unterdrückung von Spannungsspitzen mit einer Freilaufdiode 1) Spannungsspitzen beim Abschalten von induktiven Lasten werden durch Parallelschaltung eines spannungsabhängigen Widerstandes (VDR) zum Reed-Kontakt unterdrückt. 2) Ein wirkungsvoller Schutz bei Wechselspannung ist eine Kombination aus einemWiderstand und einem Kondensator (RC-Glied). Im Allgemeinen ist das RC-Glied parallel zum Kontakt und damit in Reihe mit der Last geschaltet (auch umgekehrt möglich). 2. Kapazitive Lasten Im Gegensatz zu induktiven Lasten treten bei kapazitiven Lasten und Lampenlasten erhöhte Einschaltströme auf, die ebenfalls zu Störungen bis hin zum Verschweißen der Kontakte führen können. Beim Schalten von Kondensatoren (z. B. auch Kabelkapazitäten) tritt ein sehr hoher Spitzenstrom auf, dessen Intensität von der Kapazität und der Länge der Zuleitung zum Schalter abhängt. Ein Widerstand in Serie zum Kontakt reduziert diesen Strom. Seine Dimensionierung ist von den Möglichkeiten des jeweiligen Schaltkreises bestimmt. Dabei sollte er so groß wie möglich sein, um den Strom auf einen zulässigen Wert zu begrenzen und so einen sicheren Schutz des Kontaktes zu gewährleisten. Kontaktschutz mit Widerständen zur Strombegrenzung: 1) Kapazitive Last 2) Lampenlast Niveauschalter 104
Made with FlippingBook
RkJQdWJsaXNoZXIy Mjg1MjI=